Weils grad gut zur Jahreszeit passt und auch schon wieder im Natural Friends Forum angesprochen wurde, möchte ich ein paar Überlegungen zum Thema "Grasen" anstellen.
Ich bin kein Fan von "aus Prinzip nie grasen lassen", weil das Gasen auch eine wertvolle Hilfe sein kann, einerseits bei Ausritten in einer Pause, was dem Pferd einen Sinn und ein Ziel geben kann und auch entspannend ist und andererseits weil man sich das gut zu Nutze machen kann um dem Pferd vorwärts-abwärts schmackhafter zu machen.
Meine liebe Instruktorin Ursula Schuster (http://www.parelli-mit-ursula.blogspot.com/) hat mir geraten, ein klares Zeichen für "Jetzt darfst du grasen" zu geben.
Bei Sunny mache ich das mittels Kopf senken (Porcupine Game).
Außerdem hält Ursula es bei ihren Pferden so, dass sie beim Ausritt/Spielen naschen dürfen, wenn sie nicht die Gangart und die Richtung wechseln.
Sollte es doch passieren, dass das Pferd mal nascht fordere ich es in Phasen (laaaange Phase 1, knackige Phase 4) dazu auf, ihren Responsibilities wieder nachzugehen.
Beim Spazierengehen habe ich da schon recht interessante Strategien entwickelt, wie zb. den Stick an den Boden vors Maul zu halten (wie diese urigen Metalldetektoren) um Sunny am Fressen zu hindern und zu wedeln und den Kopf wieder zu heben :o)
Mittlerweile zupfe ich kurz am Seil und schnalze, oder wenn sie mal stehenbleibt zum Fressen fordere ich sie mit dem Stick auf wieder mitzukommen (wie beim Stick to me).
Wir dürfen aber auch nicht vergessen, welch große Verlockung das Gras momentan ist - die meisten Weiden sind noch geschlossen und die Pferde haben monatelang nur Heu gesehen - das muss etwa so sein, wie wenn wir mit Heißhunger in die Schokofabrik gehen ;)
Aus diesem Grund gehe ich meist zu Beginn der Session 10-15 Minuten Grasen. Dann ist der Heißhunger von Sunny gestillt und sie ist bereit wieder zuzuhören. Das hat sich bisher sehr gut bewährt.
Außerdem setze ich das Gras gezielt ein. Wir haben ja zb. den Hügel hinterm Reitplatz, und ich schicke Sunny dann auf den Hügel rauf und oben darf sie etwas grasen. Das ist einerseits ein nettes Mini-Mucki-Training, andererseits sehr motivierend für Sunny.
Da der Bereich um den Hügel noch nicht 100% Comfortzone für Sunny ist, gehe ich auch oft bewusst extra dorthin um zu grasen, damit sie diese Plätze mit etwas Schönem verbindet.
Ebenso beim Ausreiten: Bestimmte Stellen an denen man gut Pause machen kann und die sich zum Grasen eignen bringen Ruhe und Entspannung in den Ausritt und was viel wichtiger ist, gerade bei jungen Pferden: Sie geben dem Pferd ein Ziel und einen Sinn des Ausritts!
Das Vorwärts-Abwärts haben wir letzten Herbst auch auf Gras erspielt - ich habe Sunny belohnt, wenn ihr Sternguckerkopf mal Richtung Boden ging (das Gras war dabei natürlich sehr motivierend ;) ) und dann nach ein paar mehr Schritten mit Kopf auf Halbmast gefragt, bevor ich sie belohnt habe mittels Anhalten und Fressen.
Dadurch haben sich auch sehr schöne Stopps entwickelt und Sunny wusste nach einiger Zeit, dass eine gewisse Haltung ihr Pause bringt und sie hat das auch auf den Reitplatz übertragen, wo man nach dem selben Prinzip spielen kann (tolle Haltung = Anhalten/Schritt gehen = Comfort).
Wenn Pferde draußen das Gras viel interessanter finden als das Spiel kann das natürlich auch ein Zeichen dafür sein, wie langweilig wir für sie sind.
Dann gilt es umzudenken und sich zu fragen ob man nicht gerade zum 1000 mal nach Yoyo oder Circling Game fragt. ;)
hallo Caro,
AntwortenLöschendeine Einstellung zum Gras finde ich gut,doch das Problem ist das mein Pferdchen dieses Jahr überhaupt nicht auf die Wiese durfte :( (akute Hufrehegefahr) Also ist sie ziemlich scharf auf alles Grüne. Ich glaube das 10 Minuten grasenlassen da nichts groß verändern wird und ich finde es auch irgendwie doof ihr ständig den Stick vor die Nase zu halten und sie alle paar Schritte daran errinern zu müssen .dass wir Spatzieren gehen und an keinem Graswettbewerb teilnehmen.hast du ewentuell noch ne andere Idee wie ich damit umgehen könnte?
Würde mich sehr freuen! LG