Donnerstag, 1. April 2010

Die Beziehung zum Pferd

Wir können von unseren Pferden nicht erwarten, dass sie uns lieber mögen und mehr vertrauen als ihren Artgenossen mit denen sie 24/7 zusammenstehen und unter denen eine klare Kommunikation herrscht.

Aber wir sollten (und ich finde dass wir als Pferdebesitzer dazu auch verpflichtet sind) ihnen beweisen, dass wir nicht das Raubtier sind, das wir zu sein scheinen - denn das ist die Basis dafür, dass das Pferd Vertrauen in uns aufbauen kann.

Eine gute Beziehung baut man nicht durch "Abfertigen" auf (Pferd möglichst schnell satteln, irgendwie aufsteigen, ein paar mal eins mit der Gerte rauf damit Pferd vorwärts geht, es durchs Gelände jagen, wieder absatteln und heimfahren), aber auch nicht durch möglichst viel Karotten-reinstopfen.



Um eine gute Beziehung mit dem Pferd zu haben gibts für uns 3 Zauberwörter auf die wir achten sollen:

Love, Language and Leadership in equal doses

Man kann sich das wie ein Bankkonto vorstellen: Je mehr man darauf einzahlt, umso eher kann man sich mal etwas leisten.
Sprich, umso eher verzeiht ein Pferd mal einen Ausrutscher.
Wenn wir aber nur Ausrutscher haben kommt unser Konto ins Minus.

Vertrauen kann man sich nicht durch Karotten erkaufen. Und Liebe sieht in der Pferdewelt oft ganz anders aus als in unserer. 
 
Eine gute Beziehung ist für mich als Mensch wenn das Pferd entsprechend auf Druck reagiert, die Gangart und Richtung beibehält die ich vorgeschlagen habe, und sich nicht wie ein Fluchttier verhält. 
Weiters kennzeichnet für mich ein guter Draw, also der Wunsch des Pferdes bei mir zu sein, eine gute Beziehung. 

Eine gute Beziehung für das Pferd ist vermutlich ein Mensch, der klar mit dem Pferd kommuniziert und bei dem es klare Regeln gibt und der sich nicht wie ein Raubtier verhält.
Ein Mensch, dessen Hände sanft sind, sich laaaaangsam schließen und schnell öffnen und der versteht wann und wieviel Druck er machen darf, und wann es dem Pferd zuviel ist.
Ein Mensch, der das Pferd nicht besticht oder zwingt, sondern einen Vorschlag macht und dem Pferd seine Idee schmackhaft machen kann. 
Und vorallem ein Mensch, der das physische, emotionale und mentale Wohl des Pferdes an aller erste Stelle stellt!

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