Hinter vielen Sorgen steckt ein unterdrückter Impuls, aktiv zu werden. Eigentlich wäre es wichtig, etwas zu tun, aber stattdessen bleiben wir passiv und machen uns Sorgen.
Wie zum Beispiel dieser Mann, der bei mir in der Einzelberatung war. Er hatte erfahren dass die Firma aus Kostengründen die Filiale, in der er arbeitete, schließen wird. Wird er versetzt? Wenn ja wohin? Behält er seinen Tätigkeitsbereich oder muss er sich in ein anderes Sachgebiet einarbeiten? Mit welchen Kollegen wird er zusammenarbeiten müssen? Wird er einen netten Chef bekommen, und wie lange wird er künftig zu seinem Arbeitsplatz fahren? Oder will die Firma etwas Leute entlassen und er gehört dazu?
Mit solchen Spekulationen schlug er sich die Nächte um die Ohren. Diese Sorgen lassen sich leicht beenden - durch Tatkraft.
Ich riet ihm, sich die fehlenden Informationen zu besorgen, damit er möglichst klar weiß, was die Firma plant. Darüber hinaus war es wichtig, dass er das Ganze nicht passiv über sich ergehen ließ, sondern aktiv wurde und seine Wünsche anmeldete. Ich fragte ihn, wo er innerhalb der Firma gern arbeiten würde oder ob er sich noch einen besseren Arbeitsplatz als seinen alten vorstellen könnte. Und mit wem er über seine Wünsche verhandeln müsste. Er wurde aktiv und nützte die geplanten Veränderungen, um für sich eine Verbesserung zu erreichen. Und damit hörte er auch auf, sich Sorgen zu machen.
Wenn Sie sich gerade Sorgen machen, dann prüfen Sie zuerst, ob Sie konkret etwas tun können. Zum Beispiel sich informieren oder mit einem Experten oder einem anderen Betroffenen sprechen. Der zweite Schritt besteht dann, sich mehr mit dem zu beschäftigen, was Sie sich wünschen. Wie soll die Sache für Sie ausgehen? Und gibt es jetzt etwas, was Sie vorbeugend dafür tun können?

Auszug aus:
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