Das war so die Frage, die mich beschäftigte, als ich bei Patricks Stunden zugeschaut hab.
Es gibt da Leute die eine genaue Anleitung bräuchten, wie für einen Computer "Drücke da und Computer macht das und das".
Wie bringt man diesen Menschen also "Feeling" bei, wo es doch ohnehin schon etwas ist, was man kaum beschreiben oder erklären kann...
Wieviel Feeling ist lernbar?
Und woran sieht man den Unterschied zwischen erlerntem Feeling und natürlichem Feeling?
Ich bin noch nicht wirklich zu einer Antwort gekommen. Ich vermute, dass Try & Error sehr hilfreich ist, bzw. Eigenschaften, die man als Erwachsener gerne verlernt hat: die kindliche Neugier, dieses natürliche Hinterfragen ohne zu werten, und vorallem AUSPROBIEREN!!!
So viele Leute haben ständig Angst davor, Fehler zu machen und machen dann lieber gar nichts. Mir fällt das sehr im Pferdebereich auf, aber auch im nichtpferdigen Leben.
Pferde nehmen nicht so schnell Schaden, wenn man mal was probiert, und wenn man auf sein Bauchgefühl hört, findet man auch den richtigen Weg.
Leider verlassen sich viele oft zu sehr auf die Meinung anderer, ohne auf ihr eigenes Bauchgefühl zu hören, und überhören diese "innere Stimme" dann - ohne die vermutlich kein "Feeling" entwickelbar ist.
Ich würde mich sehr über eure Gedanken zum Thema "Feeling"-Entwickeln freuen! :o)
Oh ja, ein interessantes Thema! Ich schwanke ebenfalls oft zwischen der Angst, etwas falsch zu machen und dem Bauchgefühl. Manchmal habe ich Phasen, wo ich mehr auf mein Bauchgefühl hören kann und manchmal sind die Gedanken in meinem Kopf einfach zu stark und übertönen alles.
AntwortenLöschenIch denke, dass jeder dieses "Feeling" hat, nur einige haben es erfolgreicher verdrängt als andere. Ich würde also nicht von Beibringen, sondern Hervorlocken sprechen. Bei mir klappt es sehr gut, mich manchmal vom Reiten selbst abzulenken, meine Reitlehrerin plaudert dann 5min über irgend etwas interessantes mit mir und plötzlich sagt sie: sie doch, jetzt sitzt du ganz entspannt und tief im Sattel! Also ist es eigentlich so, dass mein Kopf und meine Gedanken vom Reiten und der bewussten Körperkontrolle weg gebracht werden müssen, damit der Körper richtig funktioniert.
Am besten funktioniere ich über innere Bilder. Damit kann ich auch dem Pferd am besten vermitteln, was ich will. Und je klarer mein inneres Bild ist, desto verständlicher ist es fürs Pferd. Ich lerne auch viel über Zusehen, weswegen ich gerne guten Reitern zusehe und deren Reitweise dann als inneres Bild übernehme. Und Lektionen lerne ich ebenfalls am Besten über Zusehen, über Erklären ist es viel schwieriger für mich, weil ich dann mein inneres Bild selbst erstellen muss, was vielleicht fehlerhaft ist.
Eine gute Frage, wie bringt man "Feeling" bei ;-)
AntwortenLöschenMir gefällt da mehr die Aussage meiner Vorschreiberin, die von "Hervorlocken" schreibt. Ich bin der Ansicht, dass man in der heutigen Zeit zu sehr geprägt von vorgegebenen Regeln ist sowie von den Normen, die die Gesellschaft einem vorgibt. Der oben beschriebene "Try and Error" wird bei Kindern akzeptiert - aber bei Erwachsenen?
Dieses "Feeling" ist sicherlich bei jedem von uns vorhanden - mehr oder weniger. Als Kind hat man damit keine Probleme, man begegnet der Welt da draußen völlig vorurteilsfrei. Dadurch, dass man einen (ich bezeichne es jetzt einmal als) "Lebensrahmen" vorgegeben bekommt, verschwindet auch meiner Meinung nach dieses Feeling immer mehr. Die Angst, tatsächlich etwas falsch zu machen überwiegt - egal ob jetzt im pferdlichen, oder nichtpferdlichen Bereich.
Um jetzt aber nicht allzu philosophisch zu werden vielleicht doch der Versuch einer Erklärung: Dieses "Hervorlocken" gefällt mir deshalb so gut, weil ich mit meiner Umwelt versuche, dasselbe zu machen; wenn ich jemanden etwas erkläre, dann begebe ich mich auf dessen Niveau und versuche die Erklärungen so zu formulieren, dass mein Gegenüber von sich aus die passende Antwort liefert. Das geht beim einem schneller, beim anderen dauert es eben länger. Das Ganze ist zwar ein bisschen psychologisch, funktioniert aber recht gut - sprich sollte auch im "pferdlichen" Bereich funktionieren - wer weiß ;-)
Danke schon mal für eure tollen Beiträge! Gibt mir wieder viel Input zum Nachdenken :o)
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