Mittwoch, 27. Oktober 2010

Wenn du es nie versuchst, wirst du nie wissen, ob du es kannst!

Immer wieder sehe ich Leute in diversen Foren oder Gesprächen darüber klagen, dass eine Übung nicht funktioniert.
Diese Leute lassen sich dann meist in zwei Gruppen einteilen: Die, die aufgeben und sich damit abfinden und die, die bereit sind nach einer Lösung zu suchen.




Ich glaube fast jeder hat gewisse Dinge, die er versucht zu vermeiden, weil man weiß, dass "das Pferd das nicht mag".
Bei mir ist das zum Beispiel ein bestimmtes Stück am Ausreitweg, bei dem ich immer absteige, weil ich weiß, dass Sunny da oft schreckhaft ist. Oder dass ich mich beeile beim Hufe auskratzen, weil sie die Hufe nicht gern länger oben hält.
Kommt euch sowas auch bekannt vor? ;) 


Sehr interessant waren diesbezüglich die Aussagen von meinem Partner - der wohlgemerkt von Pferden keine Ahnung hat, da er sich mehr für PS unter der Haube interessiert als auf 4 Hufen.
Er meckerte, weil er mitgekriegt hat, dass ich auf der besagten Strecke (das letzte Stück zum Stall) immer absteige beim Ausreiten.
Er meinte "Du musst dem Pferd Sicherheit vermitteln, wie soll es denn gelassen bleiben, wenn du selber Angst hast? Du musst dich einfach mal überwinden, spiel den großen Cowboy und dann wirst du sehen, dass es klappt. Das hat überhaupt nichts damit zu tun, dass Sunny Angst hat, das geht einzig und allein von deinem Kopf aus! Ich muss vom Reiten nichts verstehen - ich muss nur dich kennen um zu wissen, wo euer Problem liegt"


Wieder einmal saß ich sprachlos da und rätselte, warum dieser Mensch mir immer wieder im richtigen Moment die Worte findet, die ich eigentlich selber weiß, aber offensichtlich noch nicht verstanden habe. 



Ich möchte damit zeigen, dass unsere Grenzen fast immer in unseren Köpfen entstehen. Sie entstehen dort und bleiben dort und auch nur dort können wir diese Grenzen überwinden.


Es lässt sich beobachten, dass viele scheinbar auch Angst haben, ihr Pferd könne ihnen übel nehmen, wenn sie etwas ausprobieren und probieren daher einfach gar nichts, wenn etwas nicht klappt. 

"Wenn du immer das gleiche tust, was du schon immer getan hast, wirst du auch immer bekommen, was du schon immer bekommen hast" - mit diesem bekannten Spruch hat mich meine liebe Ursula damals in einer Studyweek sehr zum Denken gebracht. 

Es gibt durchaus Situationen in denen ich noch nicht bereit bin, über meine Grenzen zu gehen.
Aber es gibt viel mehr Situationen in denen ich es einfach nicht tue, auch wenn ich es leicht könnte - Situationen die ich einfach hinnehme wie sie sind, obwohl sie mir nicht 100% gefallen, einfach weil es für den Moment der einfachere Weg für mich ist.



Lange Rede, kurzer Sinn: Was ich damit sagen möchte ist das, was mir am aller aller wichtigsten ist an andere weiterzugeben:

Traut euch, Dinge selber auszuprobieren!! Eure Pferde verzeihen auch Fehler, wenn mal etwas nicht geklappt hat!! Wenn etwas nicht geklappt hat, dann wisst ihr, dass es einen anderen Weg gibt und habt somit viel gelernt und wenn es geklappt hat dann seid ihr um ein tolles Erfolgserlebnis reicher und habt euer gemeinsames Repertoire erweitert!

Bitte verliert nie den Mut und die Kreativität die dazu manchmal notwendig ist! Testet Strategien, testet euch selbst, hinterfragt alles was ihr hört und probiert, probiert, probiert und springt auch mal ein kleines bisschen über euren Schatten wenn ihr auch Themen habt wo ihr denkt "ach nö, sowas können wir halt einfach nicht"!!



Vielleicht wirkt das alles etwas zusammengewürfelt, aber es sind alles Dinge die mir aktuell und immer wieder durch den Kopf gehen und mich beschäftigen :o)

4 Kommentare:

  1. Hallo Caro,
    möchte auch an dieser Stelle nochmals sagen, dass ich deinen Blog ganz ganz toll finde! Vielseitig, inspirierend und von Herzen kommend. Echt klasse!
    Schönes Wochenende, Ursula

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  2. Ich finde es sehr schön das du auch Dinge schreibst die du noch nicht ganz kannst (Z.B.Oder dass ich mich beeile beim Hufe auskratzen, weil sie die Hufe nicht gern länger oben hält.)
    Es würde mich enorm frustrieren wenn ich weiß das du auf einem Level bist wo man schon alles kann. Und ich bin davon noch sooo weit weg. Im neuen Stall komm ich mir oft extrem beobachtet vor und mach dann aus Unsicherheit öfters einen Blödsinn und denk mir - nein jetzt haben die das gesehen.
    Aber es freut mich wenn du sagst das sogar Profis wie du ab und an noch Fehler machen. Damit scheint mir eine Verbesserung bei mir nicht augeschlossen..

    lg, und Danke für deine Ehrlichkeit,
    Gabriela

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  3. Vielen lieben Dank Ursula :)
    Dein letztes Zitat im Blog hat mich auch sehr inspiriert und beschäftigt, danke nochmals!


    Hihi Gabriela du bist lustig! Von einem "Profi" Level bin ich noch meilenweit entfernt! Da fehlts mir noch an 20 Jahren Erfahrung ;)
    Ich kann gern mal eine Liste schreiben mit Sunnys und meinen Baustellen, glaub mir, die ist ganz schön lang! Wäre ja auch fad, wenns keine mehr geben würde!
    Das mit dem "beobachtet vorkommen" kenn ich, grad wenn man neu in einem Stall ist. Irgendwann hab ich dann mal eine Elefantenhaut gekriegt, vorallem weil ich fast ständig Zuschauer habe, auch bei Reitstunden. Man gewöhnt sich an sowas und irgendwann lernt man, dass es ok ist wenn man Fehler macht, oder wenn man mal weint und frustriert ist. Solche Gefühle hat jeder manchmal, und die meisten Leute können das deswegen gut verstehen ;)
    Ich denke mir immer "lasst uns einen Rahmen schaffen, indem wir alle lernen können" wenn ich Zuschauer habe. Wenn sich die Leute schon diese Zeit nehmen mir zuzuschauen, sollen sie auch was davon haben. Da bringt es nichts eine Show abzuziehen (schad ums eigene Geld bei Reitstunden), ers bringt viel mehr, wenn alle davon lernen können aus den Fehlern die ich dann mache ;)

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  4. Vielen Dank für deine lieben Wort :)

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