Wie die Leser von meinem Playtime-Blog vermutlich mitgekriegt haben, habe ich seit gut 2 Monaten ja eine Reitbeteiligung.
Die Gedanken darüber, sein Pferd zu teilen, haben momentan scheinbar auch Linda Parelli (siehe Nov. 2010 Savvy Times) und Ann Kiser (Parelli Central Blog) und ich dachte es könnte interessant sein, meine eigene Erfahrung damit zu berichten.
Die Idee Reitbeteiligung war für mich lange ein Tabuthema. Ich wollte mir mein Pferd nicht von jemand anderem versauen lassen und hatte Angst, dass etwas passieren könnte, dass Sunny überfordert oder sauer-gespielt werden oder völlig kontraproduktive Dinge lernen könnte und zwei Reiter die manche Dinge vielleicht unterschiedlich machen, sie verwirren würde, gerade auch weil Joe "Parelli-Anfänger" ist, und dachte ich könnte sie jedes Wochenende wieder "korrigieren" usw...
Als ich Joe kennenlernte sah ich, wie gern er lernen wollte und dachte mir "Ich kann ihm genau das bieten was er sucht - es wäre unfair von mir, ihm diese Chance nicht zu geben" - und so habe ich mich auf den Versuch Reitbeteiligung eingelassen, wenn auch mit etwas gemischten Gefühlen anfangs.
Letzte Woche habe ich dann etwas entdeckt, womit ich nie gerechnet hätte: Sunnys Porcupine Game war viel besser und auch das Hufe geben war spitzenklasse!
Ich konnte auch nix negatives feststellen, was ich irgendwo erwartet hatte, zb. dass Dinge plötzlich schlechter funktionieren würden und Sunny mich wieder mehr in Frage stellen würde, weil sie rausfinden würde dass Joe ihr noch mehr durchgehen lässt als ich...
stupid me ;)
Ich hätte mir NIE NIE NIE gedacht, dass das zwischen den Beiden so harmoniert, dass Joe so dermaßen schnell Fortschritte macht und dass ich ein ruhiges Gefühl dabei hätte, wenn ich wüsste er ist bei ihr. (Ich neige ja doch eher dazu immer wissen zu wollen was alles genau war, am liebsten sämtliche Details wann Sunny welches Ohr anlegt und welchen Huf hebt *g* - als ich sie erst kurz hatte hätt ich sie am liebsten ausschließlich selbst berührt und hatte sogar Bedenken wenn die SB sie auf die Weide führten *hihi*)
Und jetzt ist es sogar ein GUTES Gefühl. Ich weiß, dass jemand intensiv nach ihr schaut, wenn ich nicht da bin, dass ihr jemand etwas Liebe schenkt, mal die Hufe auskratzt und für etwas Abwechslung sorgt.
Joe ist sicher ein Ausnahmemensch und mir sehr sehr sehr ähnlich, sowas findet man nicht alle Tage, das ist klar. Ich bin froh, dass ich mich auf dieses Experiment eingelassen habe und alle Seiten davon profitieren! :)
Hätte ich mich davor verschlossen, hätte ich nie die wundervollen Erfahrungen gemacht, die ich in dieser kurzen Zeit schon hab machen können!
Sunny verbessert sich sogar durch Joe, ich bekomme von ihm sehr viel Anerkennung, ich kann einer meiner kleinen Leidenschaften - jemand anderem zu helfen und ihm was zu zeigen - nachgehen und ich werde auch ganz schön von Joe gefordert!
Durch diese Konstellation werde ich dazu angeregt meine Beziehung zu Sunny neu zu überdenken und die wenige gemeinsame Zeit die wir momentan haben, sinnvoller zu gestalten und ganz neue Dinge mit ihr zu machen.
Außerdem ists auch sehr sehr interessant zu sehen, wenn zb. Dinge mit jemand anderem gut klappen, aber mit mir selbst nicht - das beweist mir dann, dass ich MICH noch mehr entwickeln muss und habe gleichzeitig ein Vorbild.
Außerdem (an der Stelle auch Danke an Anja ;) ), ist es gut, wenn man seinem Pferd mehr Vertrauen schenken kann. Sunny beweist grad, wieviel sie verzeiht, und dass ihre Persönlichkeit nicht durch kleine Fehler oder andere Gewohnheiten eines "Fremden" geändert werden. Sie beweist mir gerade außerdem, dass sie mich dabei als ihre Partnerin nicht vergisst und dass sie eine wertvolle Lehrerin für Joe sein kann.
Und ich darf die Erfahrung machen, dass man anderen Menschen auch vertrauen kann und dass das sogar gute Gefühle macht, wenn man sieht wie happy man einen anderen Menschen machen kann, indem dass man ihn an seinem Pferd und Wissen teilhaben lässt!
Das alles ist eine sehr tolle Erfahrung!! Danke Joe :)
Es ist wirklich schön, mal so ein richtig positives Reitbeteiligungserlebnis zu lesen. Ich bin ja selbst seit meinen eher negativen Erlebnissen diesbezüglich sehr skeptisch geworden.
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