Ich möchte heute mit euch eine kleine Geschichte teilen, die meine liebe Anja während ihres Praktikums heuer erlebt hat und mich sehr zum Nachdenken gebracht hat:
Nach einem gemütlichen Abend vor dem TV mit Pizza und Getränken wollte Laurent den Tisch abräumen und nahm dabei alle Teller und Gläser auf einmal, was recht viel war, um sie in den unteren Stock zu tragen. Anja fragte skeptisch, ob er sich sicher sei, dass das gut gehe und Laurent antwortete "Ich bin mir immer sicher. Das heißt nicht, dass es immer gut gehen muss, aber ich bin mir immer sicher"
Anja war sehr beeindruckt davon und sie erzählte mir von ihren Gedanken dazu, nämlich dass für sie "sicher sein" bedeutete, dass sie sich 99% sicher war dass eine Sache gut ging. Aber wenn man keine Angst vor dem Versagen oder davor, dass etwas schief gehen könnte, hat, kann man sich einfach nur sicher sein.
Ich finde das ganz ganz toll, weil dieser simple Satz von Laurent, der scheinbar so nebenbei gefallen war, ganz viel aussagt. Für mich spricht er den "Glauben an sich selbst" an - ein Thema, mit dem ich immer wieder konfrontiert bin und gerade in letzter Zeit auch deutlich war (siehe dazu auch den Playtime Blog) - dieses "an die eigenen Träume glauben, unabhängig von der Meinung anderer", von dem ich so oft rede.
Außerdem erinnert es mich daran, dass es nicht schlimm ist, auch mal Fehler zu machen, sondern sogar wichtig, um daraus zu lernen.
Im NLP gibt es den Grundsatz "Es gibt keine Fehler, sondern nur Feedback", was für mich die Problematik des Fehlermachens etwas rausnimmt, und die Angst davor verringert.
Auch Parellis "Oh Boy"-Moment gefällt mir gut, weil es die Leichtigkeit erhält im Spiel und nicht die Frustration "Ahhh sch*, hat nicht geklappt" fördert. Einfach lächeln, lachen, macht nix - nochmal probieren.
Und dieser eine Satz bedeutet für mich auch, dass man sich traut, Dinge zu probieren.
Das ist der Punkt, den ich für so extrem bedeutsam halte: Den Mut zu haben, zu experimentieren und auszuprobieren. Gerade im Bereich Horsemanship finde ich das essentiell und für mich macht das auch einen guten Trainer aus: Den Students zu inspirieren, ermutigen und ihnen ein gutes Gefühl, Sicherheit und Kreativität zu vermitteln und nicht sie von sich abhängig zu machen, sodass sie glauben, allein nicht weiter zu kommen.
Eine tolle tolle Story!! Danke Anja und Laurent, dass ich sie hier verwenden darf und dass wir alle davon profitieren können :)
Hei Caro,
AntwortenLöschenschön, dass die Geschichte schon hier gelandet ist!
Ich habe natürlich auch nochmal drüber nachgedacht und festgestellt, dass es für mich einen Unterschied macht, ob ICH MIR sicher sein soll, dann kann ich das recht früh/oft sagen. Aber wenn ichjemand anderem gegenüber Position beziehen muss, indem ich sage, dass ich sicher bin, dann muss ich mir wirklich extrem extrem extrem sicher sein.
Sehr interessant. Ein Punkt, über den ich dringend nachdenken muss:
Was ändert sich wenn ich das zu jemand anderem sage, anstatt nur mir selbst....
I'll keep you posted on this!
Sehr interessant, ja wenn man jemand anders Position gegenüber beziehen muss ist der Grad des Versagens höher.
AntwortenLöschenWenn ich meiner Frau sage lass heut ausreiten du kannst das und kommst heil wieder, kommt das Gefühl auf, was wenn heut was schief geht...
Sage ich aber hey heute gehe ICH ausreiten, Ich bin mir sicher ist das die richtige Einstellung und es wird aller voraussicht auch toll werden.