Mariah hat einen ganz tollen Blogeintrag geschrieben, in dem ich mich selbst stark wieder fand.
Sie schreibt von dem Druck den sie sich selbst macht, perfekt sein zu müssen und sich keine Fehler erlauben zu wollen und von der Angst vor Fehlern und Kritik.
Darin findet sich auch ein bekanntes Zitat von Linda Parelli wieder:
"Persönlichkeitsentwicklung ist kaum angenehm oder bequem. Wenn du dich etwas unangenehm dabei fühlst heißt das, dass du am richtigen Weg bist!"
und von John Baar "Sei dir bewusst dass du Fehler machen wirst und es manchmal vermasseln wirst, denn das ist Teil der Entwicklung."
Ich bastle ja noch immer an mir selbst an genau diesen Themen, vorallem bei meinem Praktikum beim Tierarzt, bei dem ich seit Mai arbeite wann immer ich Zeit habe.
Nur in dieser Situation tue ich mich noch so schwer genügend Selbstbewusstsein zu haben um auch mal doofe Fragen zu stellen und mir selbst den Freiraum Fehler zu machen, Wissenslücken zu haben und noch nicht perfekt zu sein und vorallem hier zu sein gerade um zu lernen, einzugestehen.
In Situationen mit anderen Menschen fällt mir das wesentlich leichter, zb. mit meinem Hufschmied oder dem Equine Dentist. Doch bei meinem Praktikum mache ich mir Druck.
Anfangs dachte ich, wenn man langsam eine Freundschaft aufgebaut hat und mehr Vertrauen hat würde es besser werden. Doch in diesem Fall stimmt das irgendwie nicht... Noch immer möchte ich, dass mein "Chef" ein bestimmtes Bild von mir hat, ein positives, gutes Bild, und ich sorge mich um die Zukunft - denn wer weiß, vielleicht wird das tatsächlich später mein richtiger Chef? Und wenn ich jetzt doof dastehe ist diese Wahrscheinlichkeit sehr gering...
Hier ist einfach der Druck da, dass man mit dieser Person wohl ein Leben lang zu tun haben wird - und ich möchte nicht, dass es eines Tages eine verhasste Konkurrenz wird, sondern eine wertvolle kooperative Beziehung - eben dieses "Ich darfs nicht vermasseln!"
Ja, das schränkt mich manchmal ganz schön ein, dieser Glaubenssatz.
Ich verkneife mir Fragen, ich verkneife mir Dinge zu hinterfragen, ich verkneife mir zu meiner manchmal anderen Meinung zu stehen. Ich will gut dastehen und behindere mich dadurch, offen fürs Lernen zu sein. Ich will keinen Fehler machen und bleibe daher in meiner Komfortzone und probiere von mir aus weniger Neues aus.
Eigentlich ist ja genau das Gegenteil von meinem Verhalten das, was mir selbst ein gutes Bild von einem Praktikanten machen würde:
Unstillbarer Wissensdurst, ständige Fragen, alles genau wissen wollen, nachfragen, hinterfragen, alles machen wollen und bitten ob mans einem erklärt und dann selbst probieren, Ideen einbringen usw...
Völlig auf dem Holzweg bin ich zwar offensichtlich auch wieder nicht, und ich merk an mir selbst schon dass ich mutiger werde in diesen Bereichen, aber es ist noch viel viel Spielraum für Verbesserung da. Von 100% würde ich mir jetzt vielleicht 34% geben - ob ich jemals über 75% komme?
Ich hoffe mir läuft nicht wieder die Zeit davon und ich muss danach denken "Ach, hätt ich doch..." - das ist das schrecklichste Gefühl das es für mich gibt!!!
Ich habe mir das wesentlich leichter vorgestellt... in anderen Situationen schaff ichs mittlerweile recht locker, genau so zu sein wie ich will: Neugierig und nicht perfekt und dass das für mich ok ist. Nur in dieser Situation schaff ichs noch nicht ganz. Manchmal ein bisschen. Aber noch viel zu wenig.
Das fordert mich sehr heraus und ich will das unbedingt erreichen!! :o) Ich glaube, wenn ich diese innere Hürde in dieser Situation dauerhaft überwinden kann, habe ich wieder einen großen Sprung geschafft!
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