Mittwoch, 2. März 2011

Sehnengeschichtchen...

Ja, ich pack mein Pferd gern in Watte :o) primär weil eine meiner größten Ängste eine Sehnenverletzung ist und deswegen geh ichs mit der Madame immer sehr sehr langsam an. 

Das Risiko einer Sehnenverletzung ist schon beim 6 jährigen Pferd wesentlich höher, als beim 3 Jährigen und die Heilungsaussichten sind nicht wirklich prickelnd.
Bei einer Gesamtläsion von bis zu 15% dauert die Heilung ca. 10 Monate und die Chance in den Sport zurückzukehren liegt bei ca. 60%.

Bei Läsionen von 16-25% ist die Sport-Chance nur noch 30%... 

In den allermeisten Fällen liegen bei Sehnenverletzungen schon lange davor immer wieder kleine Sehnenschädigungen vor, die keine Lahmheiten verursachen, sprich, die man nicht merkt.
Irgendwann wird die Belastung für die Sehne zu groß und es kann zu Schwellungen und kurz andauernden Lahmheiten kommen - was erst nach einigen Tagen nach der eigentlichen Verletzung sichtbar wird! 


Da diese Lahmheiten nur kurz andauern und es dem Pferd bald wieder besser geht (kein Wunder, kriegt dann meist ja auch Schmerzmittel ;) ), denken viele Leute, dass die Sache nach ein paar Wochen wieder gegessen ist. 

Der Schein trügt, die Heilung von Sehnen ist sehr langsam, erst nach über 1 Monat kann man im Ultraschall sehen dass die Heilung eintritt!
Dabei bildet sich ein anderer Typ an Kollagenfasern als der Ursprüngliche, was vergleichbar mit Narbengewebe ist - welches weniger belastbar ist. Das ist auch der Grund, warum Sehnengeschichten häufig immer wieder auftreten.



Wenn man sich dann nach so 6 Wochen denkt "Ach, Pferd ist nicht mehr lahm, dem gehts eh gut, raus mit ihm auf die Wiese und ordentlich buckeln lassen und ein bissi Reiten geht ja sicher auch, ich geh eh nur am fein weichen Boden...." dann kanns sehr leicht sein, dass die Sehne das noch nicht aushält ;) 
Eine Sehne braucht zur Heilung RUHE - in Ruhe sind Sehnen ähnlich gut durchblutet wie Muskeln - und eine regelmäßige Kontrolle durch den Tierarzt ist sehr anzuraten.


Ich glaube, dass viele Leute sich die Sehnen ihrer Pferde unbewusst kaputt machen mit Aktionen wie sie halt eben üblich sind: Pferde "kalt" auf die Koppel zu lassen wo sie zuerst mal ordentlich toben, weil sie aus der Box kommen, Pferde dort vll noch etwas rumscheuchen, und Überlastung bei am-WE-mal-nen-schönen-laaaangen-Ausritt und die restliche Woche herumstehen... Stichwort auch AUFWÄRMEN beim Reiten (1 Runde Schritt am langen Zügel, wie ich es erst am Wochenende beobachten durfte, reicht nicht aus...) 
- man sieht die kleinen Läsionen die sich die Pferde dabei holen NICHT - irgendwann ists dann halt einfach mal zuviel, wie ein Gummibändchen das mit der Zeit porös wird, und das Pferd für mehrere Monate platt, was weder fürs Pferd noch für den Besitzer schön ist.  


Gebt Acht auf die Sehnen eures Pferdes! :o)

2 Kommentare:

  1. interessant... was ist denn dein tierärztlicher Ratschlag punkto aufwärmen? Ich halte mich bislang immer an 15 Minuten Schritt...nicht nur für die Sehnen, auch für die Muskeln und fürs Gemüt..

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  2. Finde das auch sehr Interessant.
    Dauer beim Aufwärmen aus tierärztlicher Sicht würde mich auch interessieren. Wobei das sicher auch sehr unterschiedlich aussehen kann.
    Pferd in Offenstallhaltung mit natürlichem Herdentrieb oder Pferd in Box.
    Wenn ich mein Pferd beim Spielen 'störe' und ihn zu mir bitte ist der häufig schon aufgewärmt (oder nicht?) so das wir langsam anfangen können. Da ich viel nach Parelli arbeite und mich auf L1/2 befinde sind die Spiele noch nicht so schnell und ich denke einfach so wirds vor dem Reiten immer entspannt.

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