Dienstag, 11. Oktober 2011

SESSION 11: Vom Umgang mit Emotionen

Einen guten Horseman zeichnet für mich aus, dass er seine Emotionen im Griff hat - vorallem die Negativen.
Ich finde Frust, Wut, Entäuschung und Ungeduld dürfen NIE NIE NIE NIE am Pferd ausgelassen werden, unter keinen Umständen.
Wenn wir von diesen Emotionen geleitet sind können wir nicht fair sein unserem Pferd gegenüber! 
Das heißt: Pferd zurechtweisen: Ja, wenn notwendig und sinnvoll! Allerdings nur wenn wir nicht emotional dabei sind! 
Das mag sich leicht und schön und korrekt anhören, aber ich glaube es gibt keinen Mensch der noch nie selbst in dieser Situation war. 
Sich bewusst zu machen: „Ich war gerade emotional und wohlmöglich unfair“ ist der erste Schritt in die richtige Richtung. Wir müssen es merken, um es ändern zu können! 
Ideal ist, wenn man direkt merkt: „Achtung, ich BIN gerade emotional - ich KÖNNTE unfair reagieren, mir fehlt gerade die Geduld und die Nerven!“ ist schon spitzenklasse! 
Jetzt gilt es, richtig zu handeln. Und gerade anfangs gibt es ein paar gute Wege für diese Situationen:
- Steig nicht auf, fahr überhaupt erst nicht zum Pferd hin, wenn du von der Arbeit/Uni/Schule emotional geladen hinfahren willst.
Ich darf Heuschmann hier zitieren, der so wunderschön gesagt hat: „Geh lieber ins Gashaus und trink ein Gläschen und lass dein Pferd auf der Weide stehen - da habt ihr beide mehr davon an solchen Tagen!“
  • Steig ab!!!! Wenn das Pferd Right Brain ist steigt man ja auch ab - warum also sitzenbleiben wenn man als Mensch RB ist? ;)
  • Geh vom Pferd weg! Lass das Pferd stehen (idR sollte mans am Reitplatz mal einige Minuten allein lassen können wenn man das Seil abmacht, ansonsten stells JETZT in die Box zurück!) 
  • Mach eine Pause, geh einen Tee trinken, geh weg vom Pferd. Solltest du zB. unterwegs sein, dann mach eine Pause - setz dich hin, lass das Pferd fressen, steig ab und geh zu Fuß ein Stück weiter, bis du dich beruhigt hast. (Wenn du am Reitplatz bist setz dich in den Sand und warte und lass dein Pferd in Ruhe in dieser Zeit!)
  • Mach was anderes! Vergiss die Übung die gerade nicht klappt - mach was schönes! Und wenns „nur“ Streicheln oder Putzen ist, ganz egal! Alles ist besser für eure Beziehung als dass du unfair bist!
  • Beende die Session, wenn du merkst es geht gar nicht mehr!!! Und zwar sofort. Nein, eine Session muss nicht immer positiv aufhören - es ist besser sie hört allerdings sofort auf, bevor du unfair wirst, ihr euch hochschaukelt und nur noch frustrierter wirst und erst recht nichts mehr geht! 
Wenn du dann da sitzt und Pause machst, analysiere die Situation:
  • Warum bist du frustriert? Warum ärgerst du dich? Warum verlierst du die Geduld?
  • Was genau ist nicht so gelaufen wie du dir es vorstellst? 
  • Gibt es vielleicht andere Themen, die dich heute belasten? (Privatleben, Arbeit...)
  • Gibt es etwas, was dir jetzt hilft? (Ich trink in doofen Situationen gern einen „Weltuntergangskakao“ oder auch mal im Stall ein Stamperl Schnaps - jaja, die Tiroler Ställe kommen ohne Schnaps nicht aus ;) . Vielleicht hilft dir auch dich bei einer Freundin auszuheulen, jemanden anzurufen um dich kurz aufregen zu dürfen, eine körperlich schwere Arbeit machen wie zB. Heuballen stapeln oder dich in die Pferdemähne kuscheln und dich bei deinem Pferd zu entschuldigen)
  • Wie könntest du die Situation zerlegen, sodass dein Pferd versteht was du möchtest? Welche Wege gibt es noch, zu erreichen was du gerade versucht hast? Vielleicht kann dir auch jemand dabei helfen? 
Session 5, 6 und 7 helfen dir ebenfalls in solchen Situationen! 
Wann warst du das letzte mal emotional? (generell und dem Pferd gegenüber)
Was hast du dann gemacht?
Was hättest du besser machen können? 

Bitte hinterlasse einen Kommentar oder schreib mir per Mail!

15 Kommentare:

  1. Wann war ich das letzte Mal emotional?

    Heute in der Arbeit, weil ich mich von meinem Chef ungerecht behandelt gefühlt habe. Da ich das aber nur von anderen zugetragen bekomme kann ich im Endeffekt nichts dagegen machen. Ich habe mit einem netten Kollegen darüber geredet. Habe mich aber größtenteils mit dieser Charaktereigenschaft abgefunden. Im Job muss man einfach manchmal Kompromisse eingehen.

    Wann ich mit dem Pferd das letzte Mal richtig emotional geworden bin kann ich gar nicht sagen. Ich bin eher der zu ruhige Typ. In unserer Schritt-Führ-Zeit im Frühling habe ich einmal mit dem Zügel gezielt zugeschlagen nachdem sie senkrecht hinter mir gestiegen ist und dabei nach meiner Freundin ausgeschlagen hat. Dabei war aber nur ein paar Sekunden Wut/Ärger in mir. Ich bin sehr gut darin sofort wieder umzuschalten und mich immer in mein Pferd hinein zu versetzen. (man muss sich auch mal selber loben :-) )

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  2. Oh ja, gutes Thema :)

    Mir ist es leider, vor allem früher, sehr oft passiert, dem Pferd gegenüber unfair zu werden. Entweder hat es nicht so schnell geklappt, wie ich mir das vorgestellt hatte, oder es hat überhaupt nicht geklappt, oder oder oder...

    Mittlerweile schaffe ich es aber immer öfter, diesen Punkt abzufangen, mich zu beruhigen und nochmal neu anzusetzen. Nur noch ganz selten "überkommt" es mich dann einfach - ich werde weiter an mir arbeiten :)
    Ich versuche dann einfach, eine andere, ganz einfache Übung zu machen, die wir beide im Schlaf können, um so wieder loben zu können. Sobald ich sie einmal wieder gelobt habe und etwas positives anerkannt habe, ist der ganze Ärger auch meist wieder verraucht.

    Beim Pferd zu sein hilft mir allerdings eher, den Stress vom Alltag abzubauen. So kann ich wunderbar abschalten, auf andere Gedanken kommen und neue Kraft holen. Wenn ich dem Pferd gegenüber unfair werde und mich aufrege entsteht dies immer aus der unmittelbaren Situation heraus. Natüelich passiert dies leichter, wenn der Tag vorher stressig war. Aber nach einem stressigen Tag gehe ich ohnehin meist nur ausreiten :)

    Was mir auffällt: Mit anderen PFerden fällt es mir sehr leicht, nicht emotional zu werden. Hier hat man einfach mehr Abstand, um nicht alles gleich "persönlich" zu nehmen. Beim eigenen Pferd fällt das schon schwerer :)
    Ich versuche mir dann auch vorzustellen, dass das gerade nicht mein Pferd ist, sondern nur irgendein fremdes Pferd, das hilft ebenfalls wieder runterzukommen.

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  3. Myriam schreibt:

    Ich habe eine unendliche Geduld und Ruhe, dadurch bin ich oft zu ruhig und immer gleich in meinem Ausdruck, also immer ruhig, egal was Pferdchen so tut, klar manchmal spielen wir auch schnell und in hohem Tempo, trotzdem ist meine Ausstrahlung trotzdem ruhig und audgeglichen, wa ja eigentlich auch gut ist.
    Nun habe ich mir aber mal genau über die Schulter gucken lassen, und es ist aufgefallen, daß ich zu ausdruckslos oft bin. Ich meine damit nicht, daß ich Wut o.ä. zeigen möchte oder sollte, nein, aber mehr Bestimmtheit im Körper und auch im Ausdruck. Uns wird ja z.B. auch der "Schwiegermutterblick" gelehrt, da ist man ja auch nicht wütend sondern drückt sich entsprechend aus. Daran muß ich mehr arbeiten...

    Das letzte Mal wütend und auch sehr ängstlich war ich bei dem letzten schlimmen Spaziergang. Das habe ich an anderer Stelle im Kurs schon beschrieben und ich finde ich habe es gut gemeistert.

    Sonst kann ich mich nicht erinnern, wann ich mal wütend oder ungeduldig war...denn ich habe Verständnis für das Pferd, kann mich gut hineinversetzen und suche Fehler bei mir.

    Eher kann es mal passieren, daß ich vor lauter Freude über mein Pferd weinen muß :-)

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  4. dank meiner wunderbaren emotions-trainerin fairytale (meine ponystute) bin ich mittlerweile kaum mehr aus der ruhe zu bringen. wenn dann sinds eher menschen die mir da zu schaffen machen...aber es ist innerhalb der letzten 4 jahre (da hab ich mit parelli begonnen und mein erstes pferd gekauft) um WELTEN besser geworden.

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  5. Ich bin auch so jemand der von Natur aus eher ruhig ist. Mein Reitkollege meinte mal zu mir ist hätte eine Engelsgeduld mit meinem Pferd, grad am Anfang war sie oft sehr hippelig und wollte nicht alleine am Putzplatz stehen, beim satteln und aufsteigen hatte ich auch so emien Problem. Das hat sich zum Glück dank des Parelli Programs gelegt. Sie hat mich manchmal aber echt an den Rand zum verzweifeln gebraucht. Wo ich mir dann gesagt habe das darf doch jetzt nicht wahr sein die will mich doch verarschen. Sie hat mir beigebracht das ich mich hin und wider auch mal durchsetzten muss. Sonst tanzt sie mir auf den Kopf rum. Wenn es zb um die Entscheidung geht welcher Weg der kürzere Richtung Heimat ist. Ich sag mir dannn immer ich habe den dickeren Dickkopf. Und wenn sie so gar nicht will steige ich auch ab und laufe ein Stück.

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  6. Also ich denke, ich habe schon einiges gelernt in dieser Hinsicht. Meine Mitmenschen dürfen meinem Pferd danken :)
    Zumal ich durchaus jemand bin, der auch kund tut, was ihm nicht passt. Sachlich und freundlich zu bleiben, ist für mich eher eine Herausforderung.
    Ich kann mich jetzt auch nicht an die letzte Situation mit meinem Pferd erinnern, in der ich wirklich richtig emotional und unfair geworden bin (abgesehen von den Malen, wo ich unbewusst unfair war...) aber mich stört noch, dass eben solche Momente, wo ich dann erstmal eine Pause machen muss, überhaupt vorkommen. Wieso kann ich nicht in der Situation freundlich und bestimmt bleiben? Das jedenfalls wäre mein Ziel.
    Und da kann ich Herrn Heuschmann auch nicht uneingeschränkt recht geben, wenn er meint, man solle dem aus dem Weg gehen. Wenn ich weiß, dass ich heute nicht die Energie habe, an mir zu arbeiten, dann ist es bestimmt das beste. Ich nehme es aber immer öfter als Herausforderung und gehe trotzdem zum Pferd. In dem Bewusstsein, dass mich mein Pferd in dem Zustand, in dem ich zum Stall komme, bestimmt nicht besonders gerne hat und mit dem Ziel, das zu ändern :) Wenn ich dann während dem Spielen merke, dass ich emotional werde und das nicht in den Griff kriege, hör ich auf. Ganz wichtig: Ohne das Pferd für irgendetwas verantwortlich zu machen. Ich wusste schließlich vorher, dass es in die Hose gehen konnte...

    Was mir in so besagten Pausen auch immer wieder mal klar geworden ist: Meistens stelle ich in solchen Momenten mein Pferd und unsere Beziehung nicht an erste Stelle. Ich denke zu sehr darüber nach, wieso diese und jene Übung nicht geklappt hat, ohne dabei daran zu denken, dass ich mich vielleicht nicht so verhalten habe, dass mein Pferd diese Übung für mich machen WILL.

    "Put the relationship first" hat für mich nochmal eine viel tiefere Bedeutung bekommen, seit ich bemerkt habe, dass ich das nicht immer mache. Obwohl ich das vom Kopf her natürlich will.

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  7. Wann ich das letzte mal emotional wurde kann ich ganz genau sagen, es war letzten Sonntag und es hatte überhaupt nichts mit meinem Pferd zu tun. Wir waren zuschauen bei der Herbstjagd… ich war wütend und noch viel mehr war ich sehr sehr traurig weil man mal wieder sehen konnte wievielen Menschen es völlig egal ist wie es ihrem Pferd geht…sei es physisch oder psychisch. Jedenfalls war ich so bedient dass ich danach direkt nach Hause ging und nicht mehr mein Pferdchen besuchte an dem Tag weil ich nicht wollte dass ich sie mit meiner Stimmung „anstecke“.
    Emotional beim Reiten war ich als Kind wohl öfter, weil es einem damals in dem Reitstall wo ich mit klassisch-englischem Unterricht angefangen hatte, von den Erwachsenen und selbst dem Reitlehrer praktisch so vorgemacht wurde, man wurde ungeduldig wenn was nicht klappte ( schon aus Angst der Reitlehrer könnte schimpfen wenn es nicht klappt), von Horsemanship wußte ich damals leider noch gar nichts. Ich wünschte ich hätte damit anfangen können…schon den Tieren zu liebe. Ich habe damals auch aufgehört zu reiten, weil es mir im Herzen weh tat so mit den Tieren umzugehen die eh kein schönes Leben hatten.
    Also „im Heute“ sieht es eher so aus, dass ich absolut die Beziehung zum Pferd als allerwichtigstes überhaupt anschaue, es soll ihr gut gehen bei mir und mit mir.
    Es kann ( wenn auch zum Glück sehr selten) vorkommen, dass ich auch mal etwas ungeduldig werde wenn was nicht klappt von dem ich weiß dass sie es kann. Ich versuche mir dann aber zu sagen dass es niemals am Pferd liegt ;-))
    Früher war Geduld nicht eine meiner hervorstechenden Eigenschaften, aber ich muß sagen dass sich das weitestgehend geändert hat seit ich natural horsemanship mache, was ja auch meinen Mitmenschen zugute kommt …lach !!!
    Sollte ich mich mal an einem Tag wirklich sehr aufgeregt haben über irgendwas oder irgendwen, dann geh ich nicht zum Pferd, wenn ich aber „nur“ mal nicht so gut drauf bin, dann schon, denn es ist meistens gleich vorüber, da ist Pferdi ein wahres „Wunderheilmittel“ ;-)) und schwupp sind wir beide gut drauf zusammen ;-)
    Ich finde auch, man sollte wenn man sehr emotional ist lieber nicht zum Pferd gehen weil man dann dazu neigen könnte diese Emotionen am Pferd auszulassen ( die Gefahr ist bei mir nicht sehr groß, dafür liebe ich Tiere zu sehr….) und dadurch unfair reagieren.
    Sollte es während des Spielens mit dem Pferd doch mal vorkommen dass man emotional wird, dann lieber eine „Schmuserunde“ einlegen oder Pferdchen einfach eine Pause gönnen. Wobei so eine Schmuserunde durchaus sehr heilsam sein kann ;-)
    Versuchen alles mit Humor zu nehmen während man mit Pferdchen spielt und es machen wie Linda z.B. zu sagen :
    „How funny“….oder „oh boy“… oder „how interesting“ …..wenn man was nicht so klappt oder das Pferd mal einen „zappeligen Tag“ hat oder so, anstatt sauer zu werden….
    Naja, immer gelingt es sicher nicht, aber man kann es sich doch zumindest vornehmen…..wir Menschen verdanken den Tieren soooo viel !! Da sind wir es ihnen auch schuldig fair und anständig mit ihnen umzugehen finde ich !

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  8. Durch Parelli,die intensive Auseinandersetzung mit den verschiedenen Persönlichkeiten der Pferde und durch viel Übung habe ich meine Emotionen nun meist gut im Griff. Wenn ich mal merke es funktioniert überhaupt nicht dann versuche ich die Übung abzuändern sodass wir einen Erfolg haben oder ich mache etwas ganz anderes. Mir hilft es sehr, in den emotionalen Momenten tief durchzuatmen, zu grinsen und mir vorzustellen was andere Leader an meiner Stelle machen würden. Auch versuche ich meine Geduld immer mehr trainieren, was mit einem LBI oft sehr hilfreich sein kann.
    Ebenso vermeide ich es nach einem stressigen Tag auch noch eine Trainingseinheit oder Neues mit Pony zu üben. Dann gibt es mal einen schönen, entspannenden Spaziergang oder einfach nur einen Besuch mit Schmuseeinheit. :)

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  9. Wenn ich bei den Pferden bin schalte ich doch meist alles ab was war. Da ich oft streß auf meiner ehemaligen Arbeit hatte tat mir das Reiten sehr sehr gut. Kaum saß ich drauf, habe ich alles vergessen. Jetzt kommt es gelegentlich vor, das ich leicht ungeduldig bin. Da zeigt mir aber mein Pferdchen das sie dann das auch nicht gut findet und wir "zicken" uns gleich dolle an. Dann muss ich lachen und sie ist dann auch auf einmal total enspannt wieder. Ich glaube meine Stute ist mein "Spiegelbild". Will sie nicht mehr missen. Dieses Erlebnis hatten wir erst letzte Woche. Manchmal wenn der Tag sehr streßig war, freue ich mich schon auf meine Maus. Ich putze sie zwar nur, aber das reicht aus, denn drauf anlegen möchte ich es auch nicht.

    Wenn ich sonst emotional werde, kann das wenn es nichts mit Tieren zu tun hat, sehr anstrengend sein. Ich reg mich meist schnell auf. Eigentlich weiß ich das ich erstmal drüber nachdenken sollte, aber daran werde ich weiter üben. :-)

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  10. Es passiert immer seltener das ich emotional reagiere. Auf dem Platz hab ich das glaub ich sehr gut unter Kontrolle.
    Im Gelände hatte ich das letzte mal vor etwa 3 Wochen einen emotionalen Ausbruch als ich mit Pferd allein unterwegs war und wir einfach nicht weiterkamen. Ich war so enttäuscht das scheinbar das Vertrauen nicht da ist. Ich stand vor ihm und hab ihn sinnlos angeschrien. Hinterher tats mir leid und ich hätte eigentlich wissen müssen das es anders geht. Seit dem waren wir häufig draussen und ich machs besser, Pferd quittiert mit mehr Vertrauen und ich hab wieder was gelernt.
    Im allgemeinen glaub ich das ich das ganz gut mache und es verstanden habe.

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  11. Seit ich NHS mache, kann ich meine Emotionen besser "bei mir behalten".
    Wenn ich merke, dass ich gleich plazte, gehe ich sofort raus aus der Situation (wie eine Schildkröte - schwupps weg bin ich, innerlich, wie äußerlich)
    Wenn ich dann in einem Umfeld bin, wo ich mir ungestört überlegen kann, was das Problem ist, finde ich viel schneller den Grund und die mögliche Lösung (so war es letzte Woche bei einem zwischenmenschlichen Problem)
    Beim Pferd rutscht mir manchmal noch ein schnippischer Kommentar raus, aber ich werde immer schneller darin, zu sagen und zu denken: ok, das geht gerade so nicht, was können wir anders machen.
    Diese Lösungsorientierung am Pferd ist manchmal ganz schön schwer. Gefühle kontrollieren bei gleichzeitiger Kreativität...hui!
    Ich habe keine Ahnung, ob und was ich besser machen könnte.
    Wenn ich mich unwohl emotional fühle, dann kann ich auch nicht mehr denken (bin auch RBE)
    Zur Zeit brauche ich alle meine Konzentration dafür, in so einer Situation nicht wieder auszurasten, sondern ruhig zu bleiben, bis ich in einer geschützten Umgebung meinen Gefühlen freien Lauf lassen kann, ohne dabei jemandem auf den Schlips zu treten...

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  12. Tolle Session!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
    Werde mir die Tipps für solche Situationen auf ein Kärtchen schreiben und in die Hosentasche stecken!!!

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  13. Emotionen. Ja da sind wir Menschen. Die haben nun mal ELotionen. Diese dann in den Griff zu bekommen ist nicht immer einfach. Man kann zB. Tief durchatmen und in sich gehen um zu überlegen wie man diese Situation meistern kann. Manchmal muss ich dann auch über mich selber lachen und schon ist alles wieder gut.
    Ein Beispiel meiner letzten Emotion an meiner Inka:
    Sie testet mich jeden Tag neu und sie fordert mich manchmal sehr heraus. So wollte ich an unserem leidigen Thema "allein ins Gelände" weiterüben. Ich bereite sie vor, Sattel, reite erst auf der Koppel und los geht's. Da sie den Tag zuvor schon Mätzchen machte und ich letztendlich Abstieg und den ersten Weg bis zur Brücke führen musste wollte ich nun das es auch von oben klappt. Jo, sie wollte nun nicht mal mehr an der Koppel vorbei. Nachdenken., was hat Birger gemacht als sie an dem Hallenausgang ständig drängelte? Ich habe sie also kontinuierlich in die Richtung gedreht, in die ich wollte und sie gebeten weiter zu gehen. Das ganze mit steigender Energie. Sie kann unglaublich Stur sein. Nach ca. 10 Min. hätte ich dann vor ärger heulen können und habe bemerkt, das ich inzwischen total verkrampft war. Ich habe eine kurze Pause gemacht und tief durchgeatmet. Bei der nächsten Drehung habe ich dann unser Muster das wir auf dem Sandweg hinterlassen hatten gesehen und musste lachen. Ich konnte dann völlig neutral bleiben und nach einer halben Stunde hatten wir dann den 5minütigen Weg passiert und der restliche Ausritt war dann noch sehr nett. Ist doch gut, wenn man noch merkt, das man den falschen (emotionalen) Weg einschlägt und dann in der Lage ist sich schnell wieder zu beruhigen.

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  14. Ich hatte gestern an der Arbeit auch einen Emotionalen Moment. Ich hatte meinen Kollegen schon gesagt, dass ich um 12 Uhr Feierabend machen muss, weil ich um 15 Uhr mit meinem Pferd in die Klinik muss. (wegen Zahnproblemen) Deswegen musste ich auch das Hängerladen üben. Alles kein Thema war alles abgesprochen. Dann kam ein Anruf. Eine andere Kollegin musste sofort zum Arzt. Die andere die sie normal vertritt war leider auch krank. Ich saß da auf meinem Stuhl und konnte einen Moment lang nichts sagen. Ich hätte fast angefangen zu heulen, weil ich dachte ich kann alles verschieben. Dabei hatte ich alles so gut vorbereitet. Zum Glück gab es dann noch ein Lösung das ich um 12 Uhr weg gehen konnte. Aber so durch den Wind wollte ich ja eigenlich nicht zum Pferd gehen und sie verladen usw. Komischerweise ging alles super sie war enspannt und bei der Sache und ist auf anhieb in den Hänger gegangen. Kein Problem als die Klappe zuging. Ich war richtig stolz auf sie. Es ist manchmal wirklich ein auf und ab.

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  15. hmm...also ich finde , das Pferde auch emotional reagieren...ich habe eine Stute , die höchst dominant ist - klar das sie auch die Chefin ist , aber obwohl wir toll miteinander spielen können , testet sie mich ununterbrochen...heute ist sie schlecht gelaunt...sie ging zu den anderen Pferden und verjagte sie vom Futter bis alle irgendwo rumstanden und warteten - ich habe Offenstall und es ist genügend Platz für die 6..
    ich habe grad den Stall gemistet und das Ganze ne Weile beobachtet...nachdem es eben so war das keiner mehr fressen konnte (außer mein Wallach der Leitwallach ist) bin ich dazwischen und hab deb Rechen als Ctick benutzt und sie weggeschickt...3 x...sie ist jedesmal wieder hin und hat verjagt...nun , dann hab ich sie in den abtrennbaren Bereich geschickt und zu gemacht , Heu hingelegt und weiter gemistet...
    Sie war total überrascht und hat jeden Schritt den ich tat verfolgt...hatte plötzlich keinen Hunger mehr und hat gewartet bis es wieder aufging...ich hab , als ich fertig war aufgemacht , und sie blieb drin und hat mich mit großen Augen angeschaut...in der Zeit konnten die anderen wenigstens fressen...sie spürte , das ich sauer war , weil sie immer ihre Laune an den anderen auslässt...sie kann regelrecht tyrannisieren...wenn wir draußen sind geht es , dann nehme ich meinen Wallach oft als Handpferd mit...aber wehe sie hat schlechte Laune , dann wird gemobbt unterwegs wo es geht...Sie hat Respekt vor mir und arbeitet toll mit und macht es spitzenklasse , doch Pferde sind meiner Meinung nach genauso Emotionen unterworfen wie Menschen auch!
    Natürlich suche ich allererstes Fehler bei mir und versuche zu verbessern , aber ich denke das es auch viel auf den Charakter eines Pferdes ankommt , wie ruhig man bleiben kann und was eine Herausforderung darstellt und da ists gut , dann und wann mit solch einem "schwierigen" Pferd zu arbeiten , denn dann erkennt man seine eigenen Schwachstellen und weiß was einem gespiegelt wir wo man dran arbeiten muss - und das ist allgemein gehalten!
    Durch diese Stute durfte ich viel lernen , gerade das 2 dominante Persönlichkeiten aufeinander treffen und ich als Mensch SIE ab und auffangen MUSS ,wenn eine gute Zusammenarbeit stattfinden soll..sonst wirds sehr hektisch und alles wird zum Chaos - da heißt es dann besonders auf sich und seine Emotionen zu achten :-)

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