Diese Übungen möchte ich gerne noch mit aufnehmen, weil ich sie für vielseitig einsetzbar halte - nicht nur im „pferdigen Leben“. Vorallem auch beim Thema „Ängste“ - welches bei vielen Teilnehmern ein großes Thema zu sein scheint.
Auch die vorherigen Übungen des Online-Kurses lassen sich super zum Thema Ängste einsetzen - ich weiß wovon ich rede, da ich viele JAHRE große Angst vorm Ausreiten und auch starke Höhenangst hatte - heute gehe ich lieber alleine Ausreiten wo ich besser die „Seele baumeln lassen kann“ und kann mich mit großem Spaß mitten in der Wand ins Seil hängen lassen!
Eins sollte dir allerdings klar sein, egal welchen Weg du wählst:
Ohne Handeln wirst du deine Ängste nicht loswerden!
* Glaubenssätze:
Ein Beispiel: „Ich habe Angst dass mein Pferd buckelt“ oder auch „Ich bin noch immer Anfänger, ich stell mich doof an, ich erlerns nie!“ - das wären negative, hinderliche Glaubenssätze. (Manche Glaubenssätze kriegt man auch anerzogen, ohne dass mans merkt! Hier gilt es auch Detektivarbeit zu leisten und herauszufinden, welche sog. „Believs“ man überhaupt hat!)
Positiv formuliert heißt:
- Das Wort „Nein/nicht“ darf darin nicht vorkommen
- So formulieren, als hätte man es schon erreicht
Beispiel: „Ich bin eine gute Reiterin“, „Ich fühle mich wohl beim ausreiten“
- Stopp-Löschen-Technik:
Jedes mal wenn du dich dabei erstappst deinen negativen Glaubenssatz zu denken oder auszusprechen, dann sag (oder denk dir) 1-3 mal hintereinander: „Stopp - Löschen“ und danach sag (denk) dir deinen positiven Glaubenssatz!
- Geh an deine Grenze - und vielleicht kurz darüber hinaus!
Eine Teilnehmerin hat gefragt, wo der Zwischenschritt zwischen am Boden sein und Aufsteigen ist, da sie dabei Angst hat. Sie hat also schon herausgefunden, wo ihre Angst anfängt!
Ein Zwischenschritt kann sein, dass sie sich auf Sattelhöhe stellt. Der nächste Schritt wäre, Pferd und Sattel zu greifen. Dann den Fuß in den Steigbügel stellen. Dann sich hochstemmen und dann sich übers Pferd legen. (Tipp am Rande: Ich empfehle eine Aufstieghilfe ;) Damit funktionieren diese Zwischenschritte besser und gefahrloser).
Ein Zwischenschritt kann sein, dass sie sich auf Sattelhöhe stellt. Der nächste Schritt wäre, Pferd und Sattel zu greifen. Dann den Fuß in den Steigbügel stellen. Dann sich hochstemmen und dann sich übers Pferd legen. (Tipp am Rande: Ich empfehle eine Aufstieghilfe ;) Damit funktionieren diese Zwischenschritte besser und gefahrloser).
Nun haben wir also schon:
- bestimmt, WO die Angst beginnt!
- Zwischenschritte (die nächsten Schritte) herausgefunden
Nun geht es damit weiter, dass sie mit dem ersten Zwischenschritt beginnt:
Wie fühlt sie sich, wenn sie auf Sattelhöhe steht? Alles ok? Sicher?
Wenn ja, wie fühlt sie sich, wenn sie den Sattel und das Pferd ergreift, als wolle sie aufsteigen? Noch ok?
Wenn ja....
Wenn nein, dann einen Zwischenschritt zurück ;)
Wiederholen, so oft man mag, bis man sich dabei wohl fühlt. Es muss absolut nicht an einem Tag klappen, nichtmal in einem Monat - die Zeit die man dafür braucht soll man sich nehmen, das ist völlig ok!
Wiederholen, so oft man mag, bis man sich dabei wohl fühlt. Es muss absolut nicht an einem Tag klappen, nichtmal in einem Monat - die Zeit die man dafür braucht soll man sich nehmen, das ist völlig ok!
Merkt man, wie die Angst beginnt, kann man versuchen, an diesem Schritt kurz zu verweilen. Wie lang kann ich es aushalten bevor die Angst zu groß wird?
Schaffe ich es beim nächsten Mal einen Moment länger dort zu verweilen?
Dabei geht man also an den Rand seiner Komfortzone - an den Punkt, wo es beginnt, unangenehm zu werden. Vorsichtiges herantasten an diese innere Grenze und kurz mal einen Fuß über diese Grenze zu setzen erweitert langsam und vorsichtig das Gebiet der Komfortzone.
Weitere Tipps:
Meine Höhenangst hab ich auf die Hardcore-Art besiegt: Ich habe angefangen sehr intensiv zu klettern - was heißt, dass man nicht einfach immer zurück gehen kann in die Komfortzone oder abbrechen kann, sondern durch MUSS. (Für pferdige Aktivitäten mag das nicht immer der beste Weg sein!!)
Meine Höhenangst hab ich auf die Hardcore-Art besiegt: Ich habe angefangen sehr intensiv zu klettern - was heißt, dass man nicht einfach immer zurück gehen kann in die Komfortzone oder abbrechen kann, sondern durch MUSS. (Für pferdige Aktivitäten mag das nicht immer der beste Weg sein!!)
Die wichtigste Lektion die ich herausgefunden habe, bei den vielen Tränen, die ich auf der Felswand vergossen habe, war: FOKUS!
Konzentration einzig und allein auf den nächsten Schritt, heißt die Devise! Wer sich konzentriert - und zwar wirklich nur auf den nächsten Schritt, nicht auf den Übernächsten! - der empfindet kaum Angst oder Nervosität!
Buchtipps:
- Psycho Cybernetics 2000
- Psycho Cybernetics 2000
- Move closer, stay longer (Dr. Stephanie Burns)
Bitte probier eine (oder besser alle) Techniken aus und entscheide ob die Richtige für dich dabei ist!
Ich würde mich über einen Kommentar oder Mail sehr freuen!
Dank dir für die Buchtipps. Move closer, stay longer hab ich schon gelesen und das hat mir sehr geholfen.
AntwortenLöschenDu hast das hier nochmal gut zusammengefasst und ich weiss das das mein wohl grösstes Thema ist. Anfang des jahres hab ich mit Parelli angefangen und war wohl heilfroh das ich nun die 7 Spiele etc.. machen kann und hab mich mal wieder fein vor all den Dingen drücken können die unangenehm sind. Wie ich schon mal sagte ich war Meister der Vermeidungsstrategien.
Inzwischen geh ich die Dinge wie z.B. allein Ausreiten an. Wir sind noch lange nicht da wo ich gern hin möchte aber ein Schritt ist getan ich bin aktiv geworden und vieles was noch vor einem halben Jahr im roten Bereich war ist jetzt gelb oder gar grün und jeder Teilerfolg sagt einem hey du kannst das ja doch dann schaffst du auch den Rest.
Als Hilfe hab ich mir Tabellen angelegt wie S.Burns es im Buch beschreibt mit Dingen die funktioneren, Dinge die mich nervös machen und Dinge die voll im roten Bereich sind. Es ist schön zu sehen wie die Liste sich langsam verschiebt.
Werde das von euch empfohlene Buch auch lesen. Ich bin auch der Typ der alles Unangenehme vermeidet. Das liegt aber leider in der Familie. Meine Mutter ist genau so, versucht aber leider auch nicht etwas zu ändern.
AntwortenLöschenHatte am Wochenende ein gutes Erlebnis (nicht pferdiger Art) bei dem ich über meinen eigenen Schatten gesprungen und einfach über meine Grenze gegangen bin. Eigentlich eine Kleinigkeit über die andere lachen würden. Aber mich hat es weiter gebracht weil ich mich doch überwinden musste.
@ OSCH
AntwortenLöschendas mit den Tabellen muss ich auch mal ausprobieren. Guter Tipp!
das is ein super thema. war am wochenende mit pferd auf nem horsemanshipkurs 2 tage lang. ging schon los als ich die email bekommen habe: bring den sattel mit wir reiten...aaaahh. klar kann ich reiten, aber nicht so wie das normal is, vorallem weil ja mein pferd nicht normal is und nur galopp kann...naja gut ich lass mich ja auf alles ein:-) haben dann alles schrit für schritt gemacht und ich war erfreut, was ramon so alles macht...ich habe mir gedacht: gut mach das mit, das wird schon und wenn was schwierig ist, bist du nicht allein und hast genau jetzt die möglichkeit an euren schwachpunkten zu arbeiten. haben dann gleich daheim weiter geübt und werden immer toller:-)
AntwortenLöschenHm, leider kann ich es nicht bestätigen, dass man seine Angst los wird, indem man durch sie durch geht.
AntwortenLöschenMir hat es mehr geholfen, dass ich sehr winzige Schritte gemacht habe und dabei darauf geachtet habe, dass ich mir nicht zuviel zumute.
Warum ?: beim Versuch "es meiner Angst zu zeigen" hat plötzlich mein Unterbewußtsein das Vertrauen in mich quittiert und mir ein paar echt saftige Panikattacken serviert.
Und wer mal eine hatte, der weiß, dass man hinterher froh wäre, man hätte einfach den Rest seines Lebens nur Angst gehabt.
So habe ich gelernt "nein" zu sagen, wenn mir schon das Adrenalin aus den Ohren läuft, während andere die Situation als harmlos einstufen.
Mag sein, dass es harmlos ist, aber es fühlt sich für mich nicht so an und bevor mein Unterbewußtsein wieder zur Notbremse greift, bin ich lieber nett zu mir.
Das heißt aber nicht, dass ich alles vermeide.
Ich tue das, was ich möchte, und wenn ich dabei zuviel Angst bekomme, dann sage ich, ok, dann machen wir was anderes, oder hören auf, oder kehren um - fertig.
Das ist ein langer Weg, um weniger Angst zu bekommen, aber er funktioniert für mich gut.
Vor allem die Gnade mit "mir", mich nicht für mein Verhalten zu verurteilen, hat es für mich viel viel besser gemacht.
Die Bücher sind bestellt und ich freue mich schon auf neue Erkenntnisse.
Wenn ich ein schlechtes Bild in den Kopf bekomme und z.B in Gedanken sehe,wie mein Pferd gleich mit vollgas unter mir davon zischt habe ich dieses Bild bisher in Gedanken immer mit einem dicken roten Stift durchgestrichen. Die Idee mit dem Stopp_Löschen gefällt mir aber auch sehr gut. Außerdem möchte ich noch üben mir nach dem Löschen des schlechten Glaubenssatzes bzw. des schlechten Bildes mir ein neues und für mich angenehmeres Bild/Glaubenssatz zu denken
AntwortenLöschenDen zweiten Teil der Session finde ich auch gut. Hoffe,dass ich mich daran erinnere,wenn mir das nächste mal eine solche Situation über den Weg läuft.
Also zum Thema Angst…da gehe ich inzwischen so damit um : Naja, richtig Angst hab ich zur Zeit keine da mein Reitbeteiligungspferdchen eine sooo liebe ist, ist ja schon 18 und hat sehr viel Erfahrung sowohl im Gelände wie auch auf dem Platz und gibt mir – nicht zu den heldenhaften Reitern gehörend – viel Vertrauen. Normalerweise sollte es ja eher andersrum sein : Der Mensch sollte seinem Pferd Vertrauen geben und Sicherheit. Ich bin aber in diesem Fall sehr froh, weil ich aus Angstgründen die Reiterei ja aufgehört hatte. Ich konnte schon die Nacht vor dem Tag an dem ich wieder Reitunterricht hatte, nicht mehr schlafen vor Angst. ( Muß reiten schön sein….hahahaha !!!......) Scherz beiseite… jedenfalls ist mir diese Kombination so seeeehr recht, denn ich hab von ihr gelernt dass ich wieder angstfrei reiten kann, was ich nie für möglich gehalten hatte !!! Sie ist ein Goldstück und ich verdanke ihr unendlich viel !!!!! Es hat jetzt in den 2 Jahren in denen ich mit ihr spiele und sie reiten darf noch nie eine brenzlige Situation gegeben.
AntwortenLöschenIch hab aber trotzdem eine ganze Zeit gebraucht bis ich mich immer sicherer gefühlt habe und mir dann auch immer mehr zugetraut habe. Ich bin schon nach 2-3 Monaten alleine im Wald galoppiert und danach hab ich mich uuuuunheimlich gut gefühlt. Aber ich hätte es vermutlich – damals – nicht gemacht wenn ich mich nicht wohl dabei gefühlt hätte oder gedacht hätte das Pferd ist heute ängstlich oder schreckhafter als sonst…
Deshalb halte ich es mit den „Angst-Sachen“ einfach so, dass ich mache was ich mir zutraue und wenn ich merke dass das gut klappt dann fühle ich mich „confident“ genug, einen Schritt weiterzugehen. Was ich nicht machen würde, wäre wenn was toll geklappt hat, ich dann sooo mutig wäre und gleich 2-3 Schritte auslassen würde und mit dem 4. Weitermachen. Denn wenn ich mich dann „übernommen“ hätte, und es deshalb schief ginge, dann könnt ich wieder ganz von vorne anfangen ….
Was ich aber auch versuche ist, schon immer ein ganz kleines bißchen tapferer zu werden, z.B. wird bei uns immer eine Kuhherde von ca 40 Kühen direkt am Reitplatz vorbei zum Stall getrieben. Da bin ich anfangs immer abgestiegen. Seit ich weiß dass die Stute sich nicht weiter drüber aufregt, bin ich beim nächsten Mal sitzengeblieben…
Ich mache eben immer kleine Schrittchen im „vorwärtsgehen“ beim Lernprozess und fühle mich dabei wirklich gut. Und ich merke wie ich immer ein bißchen mutiger werde. So ist das glaub ich für mich der richtige Weg. Nervenkitzel brauch ich nicht so dringend ;-))
Mein Mann, der nicht meine "Vorgeschichte" hatte, sondern sozusagen "jungfräulich-" zum Pferd kam, hat unser Fohlen mit Bodenarbeit soweit ausgebildet dass er sie völlig ohne Probleme nun seit 5 Monaten reitet und sie ist jetzt schon suuuper verlässlich. Er gibt ihr Vertrauen und Sicherheit weil er Null Angst vor nix hat ( was mir manchmal auch nicht so "gesund" erscheint....bin da manchmal etwas in Sorge denn ein bißchen "gesunde Angst" ist nicht gerade verkehrt !!), Pferdi profitiert natürlich davon und dass er nicht gaaar zu leichtsinnig wird....dafür hat er ja mich ;-))...aber ich wollte sagen, es kommt vielleicht auch ein bißchen auf die Erfahrungen die man gemacht hat an, wie er mit der Angst umgeht.
@Loli : großes Lob für Deine Offenheit, dazu gehört schon sehr viel ! Find ich toll und Du bist sicher nicht alleine damit !!! Und ich finde es auch gut wie Du das angehst. Ist bei mir im Grunde ja ähnlich, ich versuche auch nicht mich vorsätzlich in "Angst-Situtionen" zu bringen, aber was ich denke was eben hilft ist - wenn man merkt dass etwas gut klappt - dann ein Schrittchen weiterzugehen, und wenn es nur ein kleines ist. Und so wächst auch der Mut....also bei mir ist es so ;-) Viel Glück !!!!
AntwortenLöschenIch hab auch eine Angst Wiese. Ich weiß nicht ob ihr das auch kennt. Wenn man zb auf dem Pferd bergauf gallopiert habe ich ein sicheres Gefühl. Aber sobald es ein wenig bergab geht oder nicht auf dem Feldweg sondern über eine große offene Wiese kommen mir zweifel. Das kommt daher das mein Pferd mich mal auf einer offenen Wiese runtergebuckelt hat. Und der hintergedanke kommt dann immer hoch. Mitlerweile nicht mehr so schlimm wie kurz nach dem Sturz. Ich habe die Taktik der Angst stellen genommen. Einfach trotzdem gallopieren. Allerdings auf dieser Wiese nur mit anderen Pferden dabei. Ich versuche dann immer genau ihre Bewegungen zu fühlen. Und stelle vergleiche an wenn ich mich auf ihr sichere fühle und mir keine Zweifel kommen. Wenn ich alleine mit ihr unterwegs bin reite ich nur so schnell wie ich mich auch sicher fühle.
AntwortenLöschenAlso ich gebe zu, ich meide sehr gern Situationen die mir Angst machen. So bin ich auch 8 Jahre nicht allein ins Gelände geritten oder gar Spazieren gegangen mit Pferd an der Hand. Auch jetzt schießen mir immer wieder schlimme Gedanken in den Kopf aber ich habe es schon viel besser unter Kontrolle. Es kostet mich aber immer wieder Überwindung.
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