Round Pens scheinen zum Natural Horsemanship ja irgendwie dazu zu gehören, scheint mir. Jeder "NH-Stall" hat einen, viele Reiter "brauchen ihn unbedingt" und es werden unzählige DVDs produziert über Roundpentraining - manche mehr, manche weniger sanft.
Sogar ganze Kurse gibts dafür, auch hierzulande, und für so manche Trainer scheint Roundpentraining nicht nur ihre einzige Philosophie zu sein, das Nonplusultra, sondern auch essentiell für deren Erfolg.
Ich halte Rondpens ja für völlig überflüssig und unnötig - und oftmals auch nicht sehr freundlich, je nachdem welcher Mensch darin in der Mitte steht...
Nur weil man sein Pferd im Roundpen dirigieren kann (vorwärts, anhalten, wenden), heißt das noch lange nicht, dass das ohne Roundpen auch klappt. Ein Pferd hat kaum eine andere Wahl - außer vielleicht den Menschen anzugreifen - als vorwärts zu gehen oder zu wenden. Wo wills denn sonst hin?
Nicht nur, dass ich fast unendlich viel Druck anwenden kann, weil das Pferd sich dem nicht entziehen kann - es kann schon zuviel Druck sein, es höflich zu fragen ob es bitte Traben könnte im Roundpen.
Der beste Test ist für mich, dann auf den Platz rauszugehen. Gleich wenig Druck und das Pferd ist ab soweit der Zaun reicht.
Der sportliche Mensch mag dann vielleicht sogar den Reitplatz zum Roundpen machen *g* und scheucht weiter herum.
Jetzt steht Mensch also im Roundpen, meint er mache nicht viel Druck und sei eh höflich, geht dann raus und von einer Harmonie, von schönem Draw at Liberty, ist am Reitplatz keine Spur mehr.
Zurück in den Roundpen für weitere Sessions, die das Ergebnis jedoch nicht unbedingt verbessern.
Ich glaube, im Roundpen - auch wenn er "eh so niedrig/nur 1 Bändchen ist, dass das Pferd ausbrechen könnt" - kann man der Beziehung zu seinem Pferd sehr schaden.
Gerade in der Natural Horsemanship Szene sind Leckerli oft verpöhnt. Notwendig sind sie nicht unbedingt, das steht fest - aber warum denkt man sich nicht öfters ins Pferd rein (etwas, was doch eigentlich zu den Grundprinzipien im NH gehört), und hört auf einen der elementarsten Wünsche der meisten Pferde: fressen!
Warum versucht man nicht von Anfang an, sein Gefühl zu verbessern indem dass man seine Ziele am Reitplatz (oder halben Reitplatz) zu erreichen versucht?
Warum macht man es sich selber schwer und stumpft sein Feeling im Roundpen ab um nachher festzustellen "das war viel zu viel, was ich bisher gemacht hab"
(Und ich red hier nicht von Phase 4! Manchen Pferden ist es schon zuviel, wenn man mit viel Energie einfach in der Mitte steht - kein wahres neutral FÜR DIESES PFERD hat)
Ich glaube, dass man WESENTLICH mehr Feeling entwickelt, wenn man auf Roundpens verzichtet.
Und, wenn man sich klarmacht, dass Liberty nicht "Zirkeln ohne Seil" bedeutet, sondern VIEL mehr!
Super Beitrag Caro!
AntwortenLöschenIch bin ja seit unserem ersten Roundpen-Liberty an einem L2 Kurs so froh, dass wir keinen Roundpen haben :D
Ich spür zT regelrecht, dass das Pferd durch die Bande zu mir gedrückt wird obwohl es weiter weg möchte. Das ist dann sogar mir unangenehm, wenn ich die "Bubble" vom Pferd so stark spüre. Oder andererseits, dass sich Pferd an Rand anlehnt obwohl es ohne Roundpen näher bei mir sein würde.
Wie Recht du hast Caro. Wir haben auch keinen RoundPen und es funktioniert trotzdem super. Wenn man Online gut vorgearbeitet hat, sollte Liberty kein Problem sein. Die meisten Pferden haben richtig Spaß an der Freiarbeit und sollten sie mal abhauen, gehört das eben zu ihrem Spiel dazu :-)
AntwortenLöschenIch glaub als Richtlinie könnt man sagen: Roundpen ja, aber nicht fürs CG (also nur für andere Spielereien).
AntwortenLöschenSuper Beitrag! Auch wir sind ohne Roundpen glücklich(er) :-) Und nur so konnte ich plötzlich sehen, dass auch LBI's sehr, sehr sensibel reagieren. Da kommt dann auch mal richtig Schwung ins Pony ;-) Schade, dass du so weit weg von uns bist!
AntwortenLöschenLG aus dem Ländle, Sabrina
:) Hätt nicht gedacht, dass das so gut an kommt :)
AntwortenLöschenBeim Roundpen ist es meiner Meinung nach wie mit allem anderen auch: es ist ein Hilfsmittel und man kann es gut und schlecht benutzen. Es kann Hilfe, es kann aber auch Folter sein (übertrieben gesagt) fürs Pferd, wahlweise auch für den Menschen. Genau das Gleiche gilt für alles andere auch, Gebiss, Longe, Peitsche, Reitplatz usw. Ich denke, man sollte das meiste einfach nicht so eng sehen und das nutzen, was einem zur Verfügung steht. "Brauchen" tut man im besten Fall sowieso nichts davon, nur sind die allermeisten leider weit davon entfernt, dem Pferd ohne Hilfsmittel ihre Wünsche verständlich zu machen :D
AntwortenLöschenDas Leckerli-Thema finde ich auch immer wieder interessant. Ich füttere gerne und viel Leckerlies, aber fast nie einfach so. Leckerlies gibt es für erbrachte Leistungen und steigern die Motivation ungemein. Deswegen muss das Pferd noch lange nicht verfressen werden, DAS wiederum ist nämlich Erziehungssache, wie so vieles andere auch.
Ich habe einen Round Pen in 20 m und einen in 30 m Durchmesser innerhalb eines ein gezäumten vieleckigen Wiesenplatz zur Verfügung. Der „kleine“ und der große RoundPen hat mir erheblich mehr im Pferdetraining mit jungen oder schwierigen Pferden genutzt als wenn ich große Plätze oder 10x10 Picaderos ( Hempfling) zur Verfügung habe. Dabei denke ich nicht an das rumgescheuche und darin liegend seinen schlechten Ruf. Immer wenn ich mit einem hitzigen Pferd,welches gelernt hat dagegen zu gehen auf einem Reitplatz anfangen muss, merke ich wie uneffektiv es ist.
AntwortenLöschenWichtig ist mir auch, dass ich Außen am Zaun lang um den RP reiten kann. Optimal wäre auch ein Reitplatz mit abgerundete Ecken mit den Massen 18x 16 noch ( für Pferde bis 1.60). Da hast noch ne lange Seite für Seitengänge und trotzdem ein Round Pen Charakter.
Bei weiterer Ausbildung ist ein 20x40(60)Reitplatz unersetzbar.
Vorteile RP:
Ich kann das Pferd ohne Zaumzeug besser schulen, weil es keine Ecken gibt und ich einen gleichmäßigen Abstand zum Pferd habe. Wenn er den Kopf nach aussen nimmt, weiss ich das was nicht stimmt. Entweder nat. Schiefe oder mentaler Druck. Ich muss also sensibler sein als wenn ich am Seil zirkel.
Ich kann ein junges oder schwieriges Pferd leichter auf das einreiten vorbereiten. ( es rennt mir quasi nicht an der langen Seite Hals über Kopf davon) und das Pferd lernt auch nicht bei den ersten Zirkeln gegen das Seil zu ziehen, weil es die Balance nicht hat.
Es bricht nicht aus, weil eine Anlehnung da ist.
- Pferde sind eher bereit in einem Rundzirkel eine Kommunikation aufzunehmen, als wenn sie sich in die Ecken verkriechen und die Unterhaltung beenden oder erst gar nicht anfangen und da fängt das gescheuche an: „raus aus der Ecke“ - dazu kommt es gar nicht im RP.
- ich kann 4-8 (12) Cavalettis aufstellen und mehrere Pferde gleichzeitig schulen. ( ja ich bin Faul mit meinen Pferden) Auch ein verletztes Pferd kann ich einfacher und in gemäßigter Form schulen weil die Rundung vorgegeben ist.
- Pferde nehmen die Rundung gern als Anlehung an, das empfinde ich für ein junges Pferd als großen Vorteil.
- Pferde die gelernt haben gegen das Seil zu gehen und Longiersauer sind ist es zum Vorteil, vertrauensbildendes und interessantes Kreiseln im Round Pen zu erarbeiten.
- Seitengänge sind in einem RP ein erhöhte Gymnastizierung weil er schon rund ist. Das empfinde ich auch effektiver. ( nicht unter 20m)
- Das erste liberty ist mit dem Round Pen leichter und besser zu realisieren ich habe keine Konfrontation, wenn sie in den Ecken stehen.
- Anfänger Reiter und Sitzschulungen sind einfacher für mich, weil der Abstand gleichmäßig ist und ich keine Longe brauche ich kann mich bewegen da und dort hingehen. Auch wenn die Pferde aus de Balance kommen – zieht nix am Kopf , die Rundung ist eine gute Anlehnung.